Basics, Best Practice

Instagram Stories: Warum es auch für Behörden so wichtig ist, gute Geschichten zu erzählen

„Wir wollen Jüngere erreichen“: Das höre ich oft von Behörden. Deshalb sind auch Ämter immer mehr auf Instagram vertreten. Das Netzwerk erlebt seit einiger Zeit einen regelrechten Boom. Doch wenige trauen sich bisher, die Stories-Funktion zu nutzen. Dabei sorgt gerade diese für Reichweite und Interaktion. Ich möchte Ihnen in diesem Beitrag zeigen, wie Sie auch als Behörde authentische, spannende und informative Stories erstellen. 

Ganz oben auf Ihrer persönlichen Startseite finden Sie die Stories derjenigen Accounts, denen Sie folgen – und zwar in chronologischer Reihenfolge (siehe Bild). Einmal durchklicken – und Sie wissen, was diejenigen, die Ihnen wichtig sind, in den letzten 24 Stunden erlebt haben. Stories sind für viele so etwas wie die „Reality Soap“ früher im Fernsehen: Man fühlt sich fast live dabei, erlebt scheinbar Emotionen hautnah und man kann, wenn es langweilig wird, weiterzappen.

Gute Stories – aber wie?

Das Wichtigste ist, dass Sie sich zuvor ein Storytelling überlegen. In Schritt 1 beantworten Sie also folgende Fragen: Welche Geschichte wollen Sie erzählen? Was soll beim Nutzer hängen bleiben? Was ist Ihre Botschaft? Welche Akteure können diese am besten vermitteln? Fest steht: Alles, was Sie sagen wollen, braucht eine Geschichte. Das gilt im Übrigen nicht nur für die Stories-Funktion bei Instagram, sondern für ganz viel in der Außen-Kommunikation einer Behörde oder aber auch eines Unternehmens. Wer ohne Setting kommuniziert, kommuniziert am Nutzer vorbei. 

Nehmen Sie Ihre Follower mit auf eine Reise

Schritt 2: Doch was macht ein gutes Storytelling aus? Jede Geschichte hat einen Anfang, und ein Ende – und Akteure, die handeln. Finden Sie also den roten Faden, legen Sie Ihren Einstieg, Höhepunkte und das Ende der Geschichte fest. In meinem Journalistik-Studium war in diesem Zusammenhang oft von „Heldenreise“ die Rede. Übersetzt gesagt: Nehmen Sie also Fahrt auf und den Nutzer wortwörtlich auf die Reise mit. 

Lassen Sie ihn aber bitte nicht auf halber Strecke stehen. Oft sehe ich Stories, in denen die einzelnen Elemente nicht aufeinander aufbauen, sie wirken wahllos aneinandergereiht. Oder Stories, die aus einem oder zwei Bildern bestehen – in den wenigsten Fällen ist damit aber eine vollständige Geschichte erzählt. 

Her mit dem Lametta: Legen Sie Glitter über Ihre Geschichte

Schritt 3: Überlegen Sie sich nun, welche Formate passen zu Ihrer Geschichte. Welche Filter wollen Sie nutzen?  

Variation ist bei der Stories-Funktion das Zauberwort. Wichtig ist: Benutzen Sie die verschiedenen Filter und Funktionen – Instagram bietet Ihnen eine ganze Bandbreite, um unterhaltsam zu sein – schöpfen Sie diese aus, bleiben Sie aber dennoch seriös. Nichts spricht aber beispielsweise gegen ein Boomerang-Video.  

Manche Funktionen sind bei den Instagram Stories allerdings ziemlich versteckt – es lohnt sich deshalb, sich intensiv mit der Stories-Funktion zu beschäftigen und sich die Geschichte im Vorfeld mit den jeweiligen Elementen zu durchdenken. 

Angefangen bei der Hintergrundfarbe (hierzu laden Sie ein beliebiges Bild hoch, wählen das Stiftwerkzeug aus und drücken lange auf das Bild) bis hin GIFs und Musik-Sequenzen ist fast alles möglich, um Ihrer Geschichte mehr Gewicht zu verleihen. 

Nicht ohne meinen Hashtag

Ganz wichtig aber – und somit Schritt 4: Vergessen Sie niemals die Hashtags. Diese können Sie auf zwei Wegen hinzufügen. Einmal über die Textfunktion (A – oben rechten) sowie über das viereckige Gesicht (3. Symbol von rechts). 

Durch das Hashtag wird Ihre Story auch für andere Nutzer, die Ihnen nicht folgen, sichtbar –  so machen Sie auf sich aufmerksam, aktivieren neue Nutzer und vergrößern ihre Community. 

Gleiches gilt übrigens für die Ortsangabe (auch unter dem eckigen Gesicht zu finden). Ich empfehle Ihnen, diese Funktion unbedingt zu verwenden. 

Durch Stories können Sie dadurch teilweise mehr Reichweite generieren als mit dem Feed. Für viele ist es deshalb wichtiger, gute Geschichten zu erzählen anstatt nur im Feed tolle Bilder zu posten. 

Praktisch erklärt: Wie geht mittendrin statt nur dabei?

Spielen wir die dargestellten Schritte mal durch: Wie können Sie also aus einem alltäglichen Behördentermin eine unterhaltsame Geschichte machen? Beispiel: Minister X oder Behördenleiter Y trifft Z – das ist für sich genommen noch keine Story.  Erzählen Sie die Geschichte, die hinter diesem Termin steckt – mit Bildern und kurzen Videos, die jeweils nicht länger als 15 Sekunden sein sollten. 

Begleiten Sie die An- und Abfahrt (Beispiel für den Anfang und das Ende der Story) zum Beispiel im Boomerang-Video oder per Zeitraffer, das Handshake mit einem netten GIF, erklären Sie, warum der Termin so wichtig ist (Höhepunkte) – legen Sie hier (auch die grafische) Betonung auf die Text-Botschaften. Ein solcher Termin eignet sich aber auch, um sogenannte Side-Kicks (Spannungsbogen) zu zeigen – zum Beispiel den strahlend blauen Himmel oder das Klatschen des Publikums. Überlegen Sie sich, welche GIFs, Emojis, Farben und Filter zu dem Termin und dem jeweiligen Story-Element passen. Denn: über die Stories-Funktion können Sie so gut wie mit keinem anderen Medium eine Beziehung zu Ihrer Community aufbauen. Wichtig ist, dass Sie als Behörde dabei authentisch bleiben, auch mit Witz und Humor den Nutzer hinter die Kulissen blicken lassen. 

Umso liebevoller und individueller Ihre Story gestaltet ist, umso authentischer und überzeugender wirkt sie beim Nutzer. Instagram-Stories brauchen „Liebe“ für den Erfolg. 

Zu guter Letzt: Setzen Sie Highlights

Schritt 5: Jetzt sagen Sie vielleicht alles gut und schön, aber die Story ist ja nur 24 Stunden online – und dafür die ganze Arbeit? Ja! Es lohnt sich trotzdem. Gute Stories können Sie übrigens in ihren „Highlights“ archivieren und so sortieren. Die Highlight-Funktion finden Sie auf Ihrem Profil – hinter dem Plus im Kreis.

Auf Ihrem Profil werden Ihre gesetzten Highlight-Stories über den Feed-Bildern angezeigt (siehe Bild). Damit geben Sie dem Nutzer eine weitere Kategorie, in der er sich über Sie informieren und authentisch hinter die Kulissen blicken kann. Nutzen Sie also das Potential von Instagram aus – und lassen Sie die Stories-Funktion keinesfalls unter den Tisch fallen. 

Gute Geschichten zu erzählen, ist das A und O – nur so wird Ihre Botschaft beim Gegenüber auch Gehör finden.  

Ihre
Linda Dietze